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Bieber, Hans-Joachim
Nationalsozialismus und Zen-Buddhismus
Eine unheilige Allianz?
Monographien, herausgegeben vom Deutschen Institut für Japanstudien (Bd. 69)
2026 · ISBN 978-3-86205-058-1 · 251 Seiten, geb. · EUR 39,–
Nationalsozialismus und Zen-Buddhismus – haben sie etwas miteinander zu tun? Tatsächlich gab es Berührungspunkte, als das nationalsozialistische Deutschland und Japan miteinander verbündet waren und beide Länder brutale Eroberungskriege führten, Deutschland in Europa, Japan in Ostasien.
Um den Deutschen den fernen Verbündeten kognitiv und emotional näher zu bringen, konstruierten deutsche Publizisten und Wissenschaftler zwischen 1933 und 1945 vermeintliche Gemeinsamkeiten mit Japan – historische und politische, kulturelle und mentale, bisweilen sogar rassische. Eine vermeintliche Gemeinsamkeit wurde in soldatischer Kampf- und Opferbereitschaft und bedingungsloser Loyalität entdeckt, in Japan personifiziert in den Samurai, im nationalsozialistischen Deutschland vor allem in der SS. Als geistig-spirituelle Grundlage von Kampf- und Opferbereitschaft der Samurai galt in Deutschland schon vor 1933 der Zen-Buddhismus. Auch er fand deshalb nach 1933 größere Aufmerksamkeit als zuvor und wurde als „passiver Heroismus“ charakterisiert, Buddha selbst als „Arier“ und eine Art „Kämpferyogi“. Während des Zweiten Weltkrieges stellten zahllose Publikationen die Samurai oder moderne japanische Soldaten und ihr Ethos als Vorbilder für deutsche Soldaten dar, lösten hiermit allerdings – anders als erwartet – Minderwertigkeitskomplexe aus.
Ein Schlusskapitel zeigt, dass manche Darstellungen des Zen-Buddhismus, die nach 1945 im deutschen Sprachraum viel gelesen wurden und teilweise bis heute wirksam sind, tiefbraune Wurzeln haben, namentlich Eugen Herrigels Zen in der Kunst des Bogenschießens und viele Schriften von Karlfried Graf Dürckheim.
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