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Copyright · 2019

CoverMenzel, Martha-Christine
Flucht in den Norden
Der Hokkaidō-Topos in der modernen japanischen
Erzählprosa

2019 · 978-3-86205-260-8 · 448 Seiten, kt. · EUR 54,—

Hijiya-Kirschnereit, Irmela (ed.): Iaponia Insula. Studien zu Kultur und Gesellschaft Japans (Bd. 36)

Die nördlichste japanische Hauptinsel Hokkaidō nimmt bis heute aufgrund ihrer Vergangenheit als ehemalige Kolonie einen Sonderstatus unter den japanischen Präfekturen ein. Wie aber wurde dieses Neuland in Prosaerzählungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts von japanischen Schriftstellern entdeckt und mit Texten besiedelt? Welche thematischen Schwerpunkte und Diskurse wurden mit der Insel verknüpft und prägten auf diese Weise die japanische Sicht auf Hokkaidō? In Abgrenzung zu den Post-Colonial Studies präsentiert die vorliegende Studie eine neue theoretische Methodenkombination zur Untersuchung der vielfältigen Beziehungen literarischer Texte zum dargestellten realen Georaum, welche die Herangehensweisen der philologischen Textanalyse kombiniert mit zwei komplementären raumtheoretischen Ansätzen: die Literaturgeographie nach Franco Moretti und Barbara Piatti sowie die Geopoetik nach Kenneth White. Das Hokkaidō der japanischen Moderne erweist sich unter diesem methodischen Zugriff als ein besonders attraktiver literarisierter Raum. Anhand qualitativer Analysen ausgewählter Texte von Kunikida Doppo, Nagata Mikihiko, Tayama Katai, Arishima Takeo und Kasai Zenzō, die im vorliegenden Band z.T. erstmals in deutscher Übersetzung erscheinen, wird aufgezeigt, dass bei genauerer Betrachtung die Bruchlinien des Modernisierungsprozesses in der Auseinandersetzung des Individuums mit der Gesellschaft in allen ausgewählten Texten auch topographisch sichtbar werden. Die literarischen Zeugnisse geben damit Aufschluss über die bislang wenig erforschte japanische Sicht auf das damals neue innerjapanische Territorium, das nicht selten als Flucht- und Sehnsuchtsraum dargestellt wurde, und die Entwicklung der mit diesem Prozess verknüpften Diskurse zu einem Hokkaidō-Topos mit spezifischen Themen und Motiven.

Martha-Christine Menzel studierte Japanwissenschaften und Germanistik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wo sie 2017 im Fach Japanologie promovierte. Sie absolvierte längere Studien- und Forschungsaufenthalte in Japan, u.a. an der Erziehungswissenschaftlichen Universität Nara, der Universität Kyōto sowie am Hokkaidō Museum of Literature in Sapporo. Von 2010 bis 2012 war sie Lehrbeauftragte im Zentrum für Ostasienwissenschaften in Heidelberg, von 2014 bis 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Japanologie der Freien Universität Berlin. Seit März 2019 arbeitet sie in der freien Wirtschaft.

 

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