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Copyright · 2019

Cover Krusche, Dietrich
Hergelaufen
Erzählung

2019 · ISBN 978-3-86205-626-2 · 214 S., gebunden · EUR 12,80

"Na, bist du immer noch so wie damals?"
"Wie denn?"
"Ein Hergelaufener eben, der nichts als Seins macht."

Was muss man tun, um dazuzugehören? Wie erwirbt man die Selbstsicherheit des Einheimischen? Oder ist die Frage falsch gestellt? Vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, irgendwo heimisch zu werden. Vielleicht ist es wichtiger, bei sich selbst anzukommen. Aber wo ist bei sich selbst? Gibt es die Stelle überhaupt, und kann man, wenn man sie einmal gefunden hat, für immer dort bleiben? Ist das wünschenswert? Dagegen spricht eine Beobachtung, die man beim Reisen machen kann: Folgenreicher, bedeutungsvoller als die Ankunft und der Aufenthalt irgendwo ist der Aufbruch – selbst dann, wenn es sich um einen unfreiwilligen Aufbruch handelt, eine Flucht.
Mit einer Flucht beginnt das hier Erzählte.
Den Ort, wo die Flucht endet, hat der Zufall ausgewählt. Nichts, das vertraut, nichts, woran anzuknüpfen wäre. Umso mehr ist auszuprobieren, umso mehr ist möglich. Eine Kugel auf einer glatt geschliffenen Marmorplatte, die überall hin rollen kann. Rundum Spielraum, rundum Risiko – Ränder, wo Absprünge fällig werden.
Stürzt man, muss man sich auf das Sicherungsseil verlassen, das zur ureigenen Notausrüstung gehört. Was aber, wenn man auf jemanden trifft, der seine eigenen Spielräume und seine eigenen Risiken sucht? Was, wenn man sich zu einem gemeinsamen Sprung verabredet? Dann genügt es nicht, dass das eigene Seil hält. Dann besteht die Gefahr, dass beide stürzen, auch wenn nur eins der beiden Seile reißt.

Inhalt

  • Teil I: Freies Feld · In Bernstein gegossen · Gefahr und Glück · Die Karre · Wärmestube · Orientierung · G. · Der dritte Ort · Institutionen
  • Teil II: Angst · Desorientierung · Töpferei · Odysseus · Analyse · Madame Seladon
  • Teil III: Bali

Dietrich Krusche: 1935 in Polen geboren. Studium der Germanistik und der klassischen Philologie in München und Hamburg. Ausbildung zum Lehrer für den höheren Schuldienst. Lektor für Deutsch an den Universitäten in Peradeniya, Sri Lanka, und Okayama, Japan. 1981 bis 1997 Professor für interkulturelle Differenz an der Universität München.