|
|
Sollte ich den Geruch Tōkyōs beschreiben, würde ich ohne Zögern antworten: Es riecht nach den Fluten des Sumida. Und nicht nur der Geruch, nein, auch die Farbe der Fluten und ihr Plätschern sind charakteristisch für das Tōkyō, das ich liebe. Ich liebe Tōkyō für den Sumida und das Leben für Tōkyō. (Die Fluten des Sumida, 1912) Der vorliegende Band versammelt einundzwanzig ausgewählte und bislang nicht
in deutscher Sprache vorliegende Erzählungen und Prosatexte aus allen
Schaffensphasen des großen japanischen Erzählers, Dichters und Essayisten
Akutagawa Ryūnosuke (1892–1927), dessen stilistisch und thematisch unübertroffen
vielfältiges Werk in Japan so hochgeschätzt wird, dass es für viele den Übergang
von Tradition über Moderne zu Post-Moderne verkörpert. Der 1935 gestiftete und
heute höchstangesehene Literaturpreis Japans trägt Akutagawas Namen, und etliche
seiner ungebrochen populären Erzählungen werden in japanischen Schulen gelesen.
Der Japanologe und Übersetzer Armin STEIN beschäftigt sich seit vielen Jahren
mit Leben und Werk Akutagawa Ryūnosukes und hat zahlreiche Texte des japanischen
Schriftstellers erstmals in deutscher Sprache vorgelegt. |