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Immoos,
Thomas † / Mottini, Roger
Wie die Eidgenossen Japan entdeckten
2010 · ISBN
978-3-86205-105-2
·
102 S., kt. · EUR 7,-
Gesellschaft für Natur- und Völkerkunde Ostasiens (OAG), Tokyo (Hg.): OAG Taschenbuch
Nr. 93

INHALT
Roger Mottini: Die ersten Schweizer in Japan
Thomas Immoos: Wie die Eidgenossen Japan entdeckten
1. Strukturwandel der Wirtschaft
2. Der erste Versuch: die Mission Lindau
3. Agonie des Shōgunats
4. Der zweite Versuch: die Mission Humbert
5. Das Satyrspiel
Anhang I: Yokohama 1859. Aus Rudolf Lindaus Novelle „Kleine Welt,“ Berlin
1880
Anhang II: Tagebuch von C. Brennwald
»Um diese Zeit herrschte in Japan große Aufregung. Das Inselreich, das,
von dem Rest der Welt abgeschlossen, sich in selbständiger, eigenthümlicher
Weise entwickelt hatte, war plötzlich von den Fremden heimgesucht und
gewissermaßen in Besitz genommen worden. Die Regierungspartei duldete die
Eindringlinge, da sie weise genug war, um einzusehen, daß sie bei einem
kriegerischen Zusammenstoß mit einer der großen Westmächte unfehlbar zu
Grunde gehen würde. Die offenen und geheimen Feinde des herrschenden
Taikun aber sprachen von den alten, großen Zeiten Japans, als das stolze
Nippon, das „Reich der aufgehenden Sonne“, stark genug gewesen war, um die
Fremden, die sich ungebeten auf seinem Boden niedergelassen hatten, mit dem
Schwerte in der Faust ins Meer zu treiben. Sie klagten den Taikun an,
Japan gedemüthigt zu haben; sie warfen ihm vor, Nachkomme eines Usurpators
zu sein, der die göttliche Macht des wahren Kaisers von Japan, des Mikado,
hinterlistiger Weise an sich gerissen habe, und sie verlangten, daß er
freiwillig abdanke, oder drohten, ihn mit Gewalt zu stürzen. Am lautesten
äußerte sich die Unzufriedenheit in den Provinzen Satzuma und Mito,
wo die Empörung auf offener Straße gepredigt wurde.«
(Aus: Rudolf Lindau, „Kleine Welt,“ Berlin 1880) |